Hallo,
ich bin grade 90% mit Umziehen und 10% mit Verlustieren beschäftigt, weswegen kreative Kapazitäten für werdende Werke grade leidlich fernbleiben. Trotzdes präsentiere ich euch heute - voller Stolz! - ein Werk meines guten Freundes Manuel. Es handelt von uns allen und einer bitteren Nicht-Wahrheit, die in uns allen Steckt. Heinrich von Kleist hätte es kaum tragischer transportieren können.
Viel Spaß!
Wahrheit (von Manuel Kaufmann)
Und ist auch wahrstes Wort gesprochen
Verbleicht es doch im leeren Raum
Und Hülsen, die im Sinn zerbrochen
Sind niemals ganz uns zuzutraun
Dein schönes Lächeln, Wort für Wort
auf ewig bleibt erinnerlich
Ein zeitenschweres fort um Fort:
der Liebe größtes Hindernis
Dein schönes falsches Truggelächter:
Ein Lügenspiel, das in uns wohnt.
Gewebt in Lebens Lügennester:
Ein Alltagsflimmern, schaler Hohn
Von Freund zu Freund die Wahrheit ruht
Im Zwischending von Mund und Wort
Das Glück gepfändet, der sie sucht
Ein Ruf – vergeblich – sie beschwor
ˈniɒn/laɪt
...von Gedichten und Geschichten.
Donnerstag, 31. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
CIA - #1 - Auf der Flucht
Damit hätte ich als Letzter gerechnet.
Viel Spaß beim Lesen!
Neon
CIA, Teil Eins: Auf der Flucht
Natasha rennt. Sie rennt so schnell wie damals, als sie ihrem Vater sein Taschenmesser geklaut hatte um damit kleine Püppchen mit dem Gesicht von Rosa Luxemburg zu schnitzen. Beschmipft hatte sie ihr Vater. “Kommunistenpack!” Natsha war damals sechs Jahre alt. Heute, nicht auf den Tag genau 14 Jahre später rennt diese junge Frau. Natasha ist eine hübsche Frau. Ihre Vorfahren hatten ihr nur schönes vererbt. Hätte man sich die Zeit genommen, wären einem viele kleine wunderschöne Details an Natashas Figur, ihre Augen und ihre kleinen süßen Händen aufgefallen. Sie sieht ein wenig aus wie Palina Rojinksi in traurig, dünner und mit braunen Haaren. Niemand kann Natashas Schönheit heute bewundern, schließlich rennt sie und wie sie das tut. Obwohl sie sich alle Mühe gibt, hört sie, wie ihre Häscher nahen. Hätte sie diese verdammte Ei nur nicht geklaut, dann wäre das alles garnicht passiert. Sie war schwach geworden, war dem Geld verfallen. 14 Millionen hatte man ihr für den Job angeboten. Eine Summe, für die manch einer töten wurde. Natasha tötet nicht, sie stiehlt. Das war ihr Branche, ihr Geschäft. Vor Jahren mal hatte sie auch getötet, aber das war rein privat, nicht geschäftlich. Als Dieb muss man immer privates von geschäftlichem trennen, sonst fängt man irgendwann noch an Herzen zu stehlen. So ein schlechter Witz! Natasha hasste den Humor ihrer Branche. Wäre sie doch lieber mal Arzt geworden, da gibt es tausend gute Witze. Fragt die Patientin: “Wie gefällt ihr mein neues Kleid, Herr Doktor?” Sagt der Arzt: “Sie wissen doch, als Arzt unterliege ich der Schweigepflicht.” Keiner Lacht. Nur Natasha schnauft ein wenig als sie aus der Gasse auf die kleine Nebenstraße einbiegt. Hinter ihr stoßen die zwei fetten Leibwächter, die sie verfolgen eine Mülltonne um. Kleine Bündel mit Micky Mouse-Heften und einigen beiliegenden Spiezeugen rollen aus der Tonne über den Boden. Vielleicht freut sich ja noch jemand darüber, obwohl diese Gegend denkbar schlecht für Kinder ist. Nichts außer Müll, Ratten und Kneipen, in denen tagsüber schlechter Rock und abends noch schlechterer Schlager läuft. Vor vielen Jahre hatte es hier mal so etwas wie einen Park gegeben, doch dort hing heutezutage nur noch verlaustes Pack. Verlaustes Pack, das Natasha vielleicht retten könnte. Sie erinnerte sich: vor zwei Jahren hatte sie Striking Joe, dem Chef der Bande einen kleinen Gefallen getan. Nichts wildes, aber sie hatten sich auch danach noch gut verstanden. Vielleicht könnte Striking Joe ihr helfen. Er war zwar nicht stark, aber zusammen mit seinern Leuten sollte er sich mit zwei dummen Ochsen zurechtkommen, die seit zwanzig Minuten auf Natashas Fersen waren. Also ab zu Striking Joe, dem alten Penner.
Viel Spaß beim Lesen!
Neon
CIA, Teil Eins: Auf der Flucht
Natasha rennt. Sie rennt so schnell wie damals, als sie ihrem Vater sein Taschenmesser geklaut hatte um damit kleine Püppchen mit dem Gesicht von Rosa Luxemburg zu schnitzen. Beschmipft hatte sie ihr Vater. “Kommunistenpack!” Natsha war damals sechs Jahre alt. Heute, nicht auf den Tag genau 14 Jahre später rennt diese junge Frau. Natasha ist eine hübsche Frau. Ihre Vorfahren hatten ihr nur schönes vererbt. Hätte man sich die Zeit genommen, wären einem viele kleine wunderschöne Details an Natashas Figur, ihre Augen und ihre kleinen süßen Händen aufgefallen. Sie sieht ein wenig aus wie Palina Rojinksi in traurig, dünner und mit braunen Haaren. Niemand kann Natashas Schönheit heute bewundern, schließlich rennt sie und wie sie das tut. Obwohl sie sich alle Mühe gibt, hört sie, wie ihre Häscher nahen. Hätte sie diese verdammte Ei nur nicht geklaut, dann wäre das alles garnicht passiert. Sie war schwach geworden, war dem Geld verfallen. 14 Millionen hatte man ihr für den Job angeboten. Eine Summe, für die manch einer töten wurde. Natasha tötet nicht, sie stiehlt. Das war ihr Branche, ihr Geschäft. Vor Jahren mal hatte sie auch getötet, aber das war rein privat, nicht geschäftlich. Als Dieb muss man immer privates von geschäftlichem trennen, sonst fängt man irgendwann noch an Herzen zu stehlen. So ein schlechter Witz! Natasha hasste den Humor ihrer Branche. Wäre sie doch lieber mal Arzt geworden, da gibt es tausend gute Witze. Fragt die Patientin: “Wie gefällt ihr mein neues Kleid, Herr Doktor?” Sagt der Arzt: “Sie wissen doch, als Arzt unterliege ich der Schweigepflicht.” Keiner Lacht. Nur Natasha schnauft ein wenig als sie aus der Gasse auf die kleine Nebenstraße einbiegt. Hinter ihr stoßen die zwei fetten Leibwächter, die sie verfolgen eine Mülltonne um. Kleine Bündel mit Micky Mouse-Heften und einigen beiliegenden Spiezeugen rollen aus der Tonne über den Boden. Vielleicht freut sich ja noch jemand darüber, obwohl diese Gegend denkbar schlecht für Kinder ist. Nichts außer Müll, Ratten und Kneipen, in denen tagsüber schlechter Rock und abends noch schlechterer Schlager läuft. Vor vielen Jahre hatte es hier mal so etwas wie einen Park gegeben, doch dort hing heutezutage nur noch verlaustes Pack. Verlaustes Pack, das Natasha vielleicht retten könnte. Sie erinnerte sich: vor zwei Jahren hatte sie Striking Joe, dem Chef der Bande einen kleinen Gefallen getan. Nichts wildes, aber sie hatten sich auch danach noch gut verstanden. Vielleicht könnte Striking Joe ihr helfen. Er war zwar nicht stark, aber zusammen mit seinern Leuten sollte er sich mit zwei dummen Ochsen zurechtkommen, die seit zwanzig Minuten auf Natashas Fersen waren. Also ab zu Striking Joe, dem alten Penner.
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| Schöne Schuhe! Von Pedro Simões |
Mittwoch, 23. Mai 2012
Indianer!
Sowas passiert, wenn es draußen zu warm wird.
Viel Spaß beim Lesen!
Indianer
Er wusste, dass er diesmal zu weit gegangen war. Seine letzten, erst kürzlich vergoltenen Ausrutscher hatte Sie ihm verziehen, doch dieses Mal würde er nicht so leicht davonkommen. Hoffentlich kommt sie heute spät nach hause, wünschte er sich innerlich, dann hätte er noch ein wenig Zeit, sich vorzubereiten. Langsam stand er auf und ging in seine kleine aber moderne Einbauküche. Auf der Arbeitsfläche lagen noch zwei frische Müsliriegel. Den einen packt er sofort aus, es war Haselnuss-Rosine. Viel zu Gesund für die Situationen. Er legte den Riegel weg und guckte in den Kühlschrank, doch auch hier gab es nur Lauch, Joghurt und einen alten Döner, den er in einem Anfall von ökologischem Bewusstsein nicht weggeworfen hatte. Das Bewusstsein war ihm mehr als egal, also nahm er das nach frischgekauften Socken riechende Stück Teig in Stanniolpapier und warf es in seinen Mülleimer. “Flump” machte es, als Alufolie auf den blauen Müllbeutel traf. Kurz raschelte es, dann war der Müll wieder ruhig. Noch stapelte sich nichts. Heute war keine Uni. Heute war der Kühlschrank leer. Heute war der Tag, an dem er seiner Freundin beichten wollte, dass er sie mit ihrer besten Freundin betrogen hatte. Anstrengend. War das eigentlich seine Aufgabe? Musste sie es nicht ihr beichten? Waren freundschaftliche Banden nicht fester als romantische? Zu viele Fragen für einen gerade mal ausgewachsenen Mann in seinen frischen Zwanzigern in einer 2-Zimmer Wohnung im vierten Stock um 9 Uhr Morgens. Er zog seine Socken aus und pfläzte sich auf das Hauptmöbel des Lebenszimmers, eine recht bequeme Couch die vor einem recht kleinen Flachbildfernseher stand. Immerhin flach. Auf dem kleinen garstigen Tisch, der zwischen Fernseher und Couch stand, gesellten sich diverse illustrierte Magazine zu einem Aschenbecher und zwei kleinen Ziertulpen in Glasvasen. Geschmacklos. Im Aschenbecher lungerte noch ein kleiner Gumpen, ein Spliff, der Rest eines Joints. Bisschen kiffen machte den Braten auch nicht fett, dachte er sich. Stimmt. Nach fünf Zügen hatte er vergessen, dass es Mittwoch war, nach sechs, was er seiner Freundin sagen wollte, nach zehn, dass er seiner Freundin etwas sagen wollte.
Geht doch.
Viel Spaß beim Lesen!
Indianer
Er wusste, dass er diesmal zu weit gegangen war. Seine letzten, erst kürzlich vergoltenen Ausrutscher hatte Sie ihm verziehen, doch dieses Mal würde er nicht so leicht davonkommen. Hoffentlich kommt sie heute spät nach hause, wünschte er sich innerlich, dann hätte er noch ein wenig Zeit, sich vorzubereiten. Langsam stand er auf und ging in seine kleine aber moderne Einbauküche. Auf der Arbeitsfläche lagen noch zwei frische Müsliriegel. Den einen packt er sofort aus, es war Haselnuss-Rosine. Viel zu Gesund für die Situationen. Er legte den Riegel weg und guckte in den Kühlschrank, doch auch hier gab es nur Lauch, Joghurt und einen alten Döner, den er in einem Anfall von ökologischem Bewusstsein nicht weggeworfen hatte. Das Bewusstsein war ihm mehr als egal, also nahm er das nach frischgekauften Socken riechende Stück Teig in Stanniolpapier und warf es in seinen Mülleimer. “Flump” machte es, als Alufolie auf den blauen Müllbeutel traf. Kurz raschelte es, dann war der Müll wieder ruhig. Noch stapelte sich nichts. Heute war keine Uni. Heute war der Kühlschrank leer. Heute war der Tag, an dem er seiner Freundin beichten wollte, dass er sie mit ihrer besten Freundin betrogen hatte. Anstrengend. War das eigentlich seine Aufgabe? Musste sie es nicht ihr beichten? Waren freundschaftliche Banden nicht fester als romantische? Zu viele Fragen für einen gerade mal ausgewachsenen Mann in seinen frischen Zwanzigern in einer 2-Zimmer Wohnung im vierten Stock um 9 Uhr Morgens. Er zog seine Socken aus und pfläzte sich auf das Hauptmöbel des Lebenszimmers, eine recht bequeme Couch die vor einem recht kleinen Flachbildfernseher stand. Immerhin flach. Auf dem kleinen garstigen Tisch, der zwischen Fernseher und Couch stand, gesellten sich diverse illustrierte Magazine zu einem Aschenbecher und zwei kleinen Ziertulpen in Glasvasen. Geschmacklos. Im Aschenbecher lungerte noch ein kleiner Gumpen, ein Spliff, der Rest eines Joints. Bisschen kiffen machte den Braten auch nicht fett, dachte er sich. Stimmt. Nach fünf Zügen hatte er vergessen, dass es Mittwoch war, nach sechs, was er seiner Freundin sagen wollte, nach zehn, dass er seiner Freundin etwas sagen wollte.
Geht doch.
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| Indianer! |
Donnerstag, 10. Mai 2012
Dunkel war´s!
Schon vor langer Zeit schickte mein guter Freund Manuel mir auf mein Anbitten eine erlesenste Auswahl seiner Gedichte. Mit Umschweife möchte ich euch diese nun präsentieren. Wir beginnen mit meinem persönlichen Favoriten "Nacht", während "Wahrheit" und "Fiebertraum" folgen werden.
Viel Spaß, Fragen bitte an Manuel!
Nacht (von Manuel Kaufmann)
Es war der Tag, der stets ergraute
stets einen Sonnenlügenstrahl
bis die Nacht ihn dann verstaute
in unsre hohlen Mäuler warf
Es war das Licht, das uns erstaunte
Und unsre größten Schatten barg
hinaus, voraus den Tag beschaute
bis dessen helle Sonne brach
Es war als Tagkraft uns erflaute
uns so sinnen ließ nach vorn
und als der Himmelsball verrauschte
die Dunkelheit sich um uns schwor
Es war die Nacht, die uns dann zeigte
uns zeigte, was sie sonst vermisst
die Seele, die still in uns weilte
bis die Nacht sie mit sich riss
Viel Spaß, Fragen bitte an Manuel!
Nacht (von Manuel Kaufmann)
Es war der Tag, der stets ergraute
stets einen Sonnenlügenstrahl
bis die Nacht ihn dann verstaute
in unsre hohlen Mäuler warf
Es war das Licht, das uns erstaunte
Und unsre größten Schatten barg
hinaus, voraus den Tag beschaute
bis dessen helle Sonne brach
Es war als Tagkraft uns erflaute
uns so sinnen ließ nach vorn
und als der Himmelsball verrauschte
die Dunkelheit sich um uns schwor
Es war die Nacht, die uns dann zeigte
uns zeigte, was sie sonst vermisst
die Seele, die still in uns weilte
bis die Nacht sie mit sich riss
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| by SeanMack |
Mittwoch, 9. Mai 2012
Leider Regen!
Zur Feier des 27. Geburtstags der Europäischen Union und des wunderbaren Wechselwetter werde ich hier nun mein neusten Krachwerk veröffentlichen. Wie ein Embryo, der frisch dem Uterus entglitt präsentiert es sich. Nackt, unwissend und trotzdem unvollstellbar ehrlich. Ein Gedicht über Liebe, Sonne und Laster, die uns alle plagen.
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| Sommer, Beispielbild - es geht auch anders. |
Viel Spaß beim Lesen, Fragen bitte an mich.
Der Sommer (2012)
Der Sommer naht, ist fast erwacht
und weckt der Menschen tiefe kraft
denn Sonnenstrahl und Regenschauer
durchbrechen Ödnis´ schwere Mauer
und weckt der Menschen tiefe kraft
denn Sonnenstrahl und Regenschauer
durchbrechen Ödnis´ schwere Mauer
Idee, Vernunft, Wagnis über Wachsamkeit
ein Jeder tut, so sei gewiss
sich freuen über diese Zeit
ein Jeder tut, so sei gewiss
sich freuen über diese Zeit
So sei der Jünglin frischen Bluts
schritt zu der Dame vollen Muts
durchbeißt er ihre zähmend Ketten
und kann sie dann ins Bette schleppen
Ein and´rer wird tollkühn und wild
erschafft ein prächt´ges Sommerbild
doch ist´s Motiv noch so verwegen
wird´s weggeschmemmt vom Sommerregen
Im Park da trifft´s sich´s Allerlei
adieu singt man dem Monat Mai
da wird sich freudig ausgetauscht
und gar gehüpft im Drogenrausch
Ein andrer ist da viel frigider
man singt sich schöne Sommerlieder
im Lagerzelt des Sängertreffs
der Barreton im Sopran steckt
Genug vom Sex, genug vom Witze
Leichtsinn ob des Sommers Hitze
treibt´s auch so manches Gaunerpack
im Volkspark an den lichten Tag
Es nimmt, was andere liegen lassen
muss nur ein Stückchen dreister fassen
das Telefon das neue Pad
zu End´ des Tages sind sie weg
schritt zu der Dame vollen Muts
durchbeißt er ihre zähmend Ketten
und kann sie dann ins Bette schleppen
Ein and´rer wird tollkühn und wild
erschafft ein prächt´ges Sommerbild
doch ist´s Motiv noch so verwegen
wird´s weggeschmemmt vom Sommerregen
Im Park da trifft´s sich´s Allerlei
adieu singt man dem Monat Mai
da wird sich freudig ausgetauscht
und gar gehüpft im Drogenrausch
Ein andrer ist da viel frigider
man singt sich schöne Sommerlieder
im Lagerzelt des Sängertreffs
der Barreton im Sopran steckt
Genug vom Sex, genug vom Witze
Leichtsinn ob des Sommers Hitze
treibt´s auch so manches Gaunerpack
im Volkspark an den lichten Tag
Es nimmt, was andere liegen lassen
muss nur ein Stückchen dreister fassen
das Telefon das neue Pad
zu End´ des Tages sind sie weg
Ein and´rer ist da noch viel kälter
nimmt Säge mit und Kühlbehälter
erst wird der junge Bub zerhackt
dann fachgerecht noch einpackt
Oob Sex, ob Kunst, ob böse Taten
kaum einer kann es noch erwarten
bis Sonne hell durch Wolken bricht
und Wind bläst warm auf´s Angesicht
das ist Sommer, so soll es sein
nimm es hin, lass dich drauf ein
nur Dicher, die sind nun allein
denn Sommer reimt sich nicht auf Reim
nimmt Säge mit und Kühlbehälter
erst wird der junge Bub zerhackt
dann fachgerecht noch einpackt
Oob Sex, ob Kunst, ob böse Taten
kaum einer kann es noch erwarten
bis Sonne hell durch Wolken bricht
und Wind bläst warm auf´s Angesicht
das ist Sommer, so soll es sein
nimm es hin, lass dich drauf ein
nur Dicher, die sind nun allein
denn Sommer reimt sich nicht auf Reim
Donnerstag, 12. April 2012
Gemüse und Sex - Teil Eins: In einem Geschäft
| by High Contrast |
Aber genug der schnöden Gedanken, meine Wertgeschätzte sitzt in ihrem Büro und freut sich auf eine Body-Anti-Aging-Lotion, die nicht an Tieren getestet wurde, und gut für ihre Haut ist, die sie sich heute Abend ins Gesicht schmieren kann, um ein wenig jünger zu wirken. Ich finde sie jetzt schon ganz hübsch, aber so was kann man einer Frau ja nicht erzählen, die ihr Geld damit verdient, Modells per Photoshop die Falten aus der Haut zu zaubern. Im echten Leben geht das wohl nicht so einfach, da braucht es schon einen Besuch im Bioladen. Mal schauen, wer am Ende besser abschneidet, Photoshop oder der Bioladen. Ich fange gar nicht erst damit an, mich umzuschauen. Mein Wissen über nachhaltige Kosmetik beschränkt sich auf die tägliche Morgendusche ohne Duschgel, wenn man am Tag vorher schon wusste, dass es alle ist, aber trotzdem zu faul war, eben im Kaisers neues zu kaufen. Hautschonender geht es ja gar nicht. Ich musste also die Verkäuferin fragen, die immer noch in ihrer Lektüre versunken hinter dem Tresen stand. Langsam ging ich auf sie zu, eigentlich hat ich gar keine Lust mit ihr zu sprechen, doch das Gesicht meiner Liebsten, wenn ich ohne die richtige Lotio-Pflege-Balsam-Creme nach Hause komme, wollte ich mir liebend gerne ersparen. Ein Mann muss mutig sein.
“Entschuldigung”, sagte ich, “ich suche nicht an Tieren getestete, hautschonende ökologische Body-Anti-Falten-Aging-Lotion.” Ich war vielleicht ein bisschen provokant. Die Frau hinter der Kasse, die aussah wie eine schnell gealterte Tochter von Jürgen Trittin mit grauen Haaren und schöneren Zähnen, sah mich unter ihrem Haartuch und durch ihre Rundglasbrille durchdringend an. “Für Sie?”, fragte sie. Ich hasse so unpräzise Fragen, da kann man ganz schnell falsch antworten. Meinte sie mich mit Sie oder meinte sie das allgemeine weibliche Geschlecht? Ich war ahnungslos und sagte einfach nur “Für meine Freundin.” Damit schien die Sache für die Verkäuferin geklärt zu sein. Sie ging zielstrebig auf ein kleines Regal am anderen Ende des Ladens zu, direkt an der schönen Rückseite des jungen Gemüses vorbei. Ich wollte nicht anders und musste sie im Vorbeigehen noch einmal mustern. Sie war wirklich verdammt aufreizend, die Rückseite. Innerlich hoffte ich auf eine noch schönere Vorderseite, aber bevor ich mir dazu noch mehr Gedanken machen konnte, standen wir schon vor dem Regal, auf dem in sicherem Abstand Produkte ausgestellt waren, die alle mehr oder weniger nicht an Tieren getestet wurden und hautschonen waren. “Was genau suchen sie denn”, fragte mich die Verkäuferin, die meinen kleinen Blick in Richtung Gemüse offenbar als Interesse an ihrem Laden gewertet hatte. “Body-Anti-Aging-Face-Lift-Aqua-Lotion”, sagte ich und musste zu meinem eigenem Überraschen nicht grinsen. Ob es der Verkäuferin an Menschenkenntnis fehlte, konnte ich nicht nicht bestimmt sagen, auf jeden Fall schien sie meine Aussage eher als Zeichen von Unwissen, nicht als dummen Witz zu verstehen. Ich war manchmal aber auch zu gemein, dachte ich mir, und beschwor mich innerlich um Ernsthaftigkeit. “Meine Freundin will biologische Kosmetik ausprobieren”, fügte ich hinzu, “sie will ihre Haut und die Umwelt schonen.” Zum ersten Mal sah ich das stets eintönig halbfreundliche Gesicht der Verkäuferin lächeln. Sie bejahte und Griff zu einer kleinen Flasche mit Pipettendeckel. “Lavera Faces my age Liftingsserum” stand darauf. Die Teile haben ja echt so komische Namen, dachte ich, und fühlte mich innerlich bestätigt. 25ml der weltenrettenden Tinktur gab es hier für 14,95€.
Bevor ich fragen konnte, ob der Preis für eine oder fünf Flaschen galt, hörte ich hinter mir ein Geräusch, dass sich so anhörte als würde ein Mops durch eine Papierwand springen. Ich drehte mich um und sah die Besitzerin der schönen Rückseite mit einer braunen Papiertüte in der Hand, deren Boden aufgerissen war. Kartoffeln fielen aus der Tüte auf den Boden und rollten in jede Ecke des Ladens. Die Verkäuferin und ich beobachten das Schauspiel, bis die Tüte vollkommen leer und der Boden vollkommen voll mit Kartoffeln war. Nun schaute ich in des Gesicht der Rückseitenbesitzerin, gespannt, ob sie von vorne noch mehr überzeugen konnte. Sie konnte. Ihre halbängstlichen Augen, ihre leicht bebenden Lippen und ihre leichtrosafarbenden Wangen gaben ein wunderbares Bild ab. Auch ihre Brüste, die sie hinter einem T-Shirt mit der Aufschrift “Menschen sind auch Tiere!” verbarg, versprachen Großes. Wortwörtlich. Wären Orangen heimische Früchte, hätte ich hier einen passenden Vergleich ziehen können. Nun schien es mir unökologisch, nicht angebracht. Ich stellte das “Lavera Faces my age Liftingsserum” zurück ins Regal und begann wortlos, Kartoffel aufzusammeln. Auch die beiden Damen halfen mit, das Eis war gebrochen. Immer wieder warf mir die Orangendame schüchterne Blicke zu. Langsam erregte sie mich, obwohl ich mir versprochen hat, mich niemals von Frauen, die in Bioläden einkaufen, erregen zu lassen. Orangendame war mein Archetyp, meine kleine Lieblingsökologin. Während wir Kartoffeln auflasen und keiner ein Wort sprach, dachte ich mir die ganze Zeit Gemüse-Körperteilvergleiche aus. Wirklich viel neben den Klassiker wie Apfelpo bot sich mir nicht an, resginiert schaute ich mich um. Die beiden Damen standen schon und warfen eine Menge Kartoffeln zurück in die Auslage, nur ich saß noch am Boden. Langsam kam Orangenfrau auf mich zu, streckte mir ihre Hand aus und half mir hoch. Sie roch nach einer Mischung aus Lavendel, Rosenwasser und American Spirit Tabak. Ein Duft zum verlieben. “Danke”, sagte sie.
Mika sei ihr Name, sie wohne ganz in der Nähe, ob ich tragen könne, ich sehe ja selbst, dass sie es nicht schaffe. Baggerte mich mein umweltbewusster nachhaltiger Traum aus Orange und schöner Rückseite gerade an? War das ein Trick in der Ökoszene? Kartoffeln fallen lassen im Bioladen? Ich blickte kurz zur Verkäuferin, diese schien nichts bemerkt zu haben. Anscheinend war es üblich, sich nach Kartoffelunglücken in Bioläden gegenseitig aufzureißen. Mein Kopf dachte an Antiagingbodyliftingfaltencreme von “Lavera” und an Magazine aus Apotheken, an Facebook und an den harten Job meiner Freundin. Meine Körpermitte und mein Magen dachten an Lavendel, Rosenwasser, Tabak und Orangen. Mein Mund sagte “Ja!” Fünf Minuten später hatten wir beide bezahlt und standen draußen vor dem Laden an der vielbefahrenen Straße. Ich trug eine Tüte mit Kartoffeln und eine kleinere Tüte mit dem “Lavera Faces my age Liftingsserum”. Orangenlavendel-Mika trugt eine Tüte mit Blumenkohl und Karotten, die ihr sehr zu schaffen machte. Sie wohne ja ganz in der Nähe und wie lieb es von mir doch wäre, ihr zu helfen. Ich dachte an Orangen, an Lavendel, Rosenwasser und Tabak. Woher ich denn käme, was ich denn um diese Zeit täte, ob ich den arbeiten würde. Ich antwortete sporadisch, wusste aber nicht, ob ich damit cool-abweisend oder treu wirken wollte. Der Weg zu ihrer Wohnung ging schnell dahin. Zu schnell, als dass ich mir hätte Gedanken machen können über das, was ich hier überhaupt tat. Ich war auf und dabei meine Freundin mit einer jungen, ernährungsbewussten Frau aus Hannover-Linden zu betrügen. Nach einer kurzen Wanderung durch den In-Bezirk des frühen 21. Jahrhundert standen wir irgendwann vor ihrer Tür. Sie hätte FairTrade Kaffee, sagte sie. Bestimmt hielt sie mich für einen aufgeklärten umweltbewussten jungen Mann der Großstadt. Das hätte ich auch schön zu sein - für die nächsten paar Stunden, das zumindest diktierte mir mein Unterleib. Schweigend folgte ich ihr in ihre kleine 1-Zimmer Wohnung im zweiten Stock eines Altbaugebäudes.
Ihre Wohnung sah nett aus, sehr nett - so nett, dass mich langsam der Verdacht beschlich ein Klischee betreten zu haben. Neben einem kleinen, küchenartigen Bereich dominierten ein Sofa und zwei Sitzsäcke das Geschehen. An den Wänden hingen Poster von französischen Filmen und alte Werbeplakate von Logistikunternehmen aus dem Amerika der 60er Jahre. Auf den Fensterbänken thronten kleine Töpfe mit allerlei Grünzeug. Vieles davon sah ich heute zum ersten Mal. Es war nicht sicher, ob ich die Installation eines Berliner Szeneküntslers oder die Wohnung einer Dame in ihren frühen Zwanzigern betrat. Vielleicht macht das auch heutzutage kaum noch einen Unterschied. Ich setzte mich auf ihr Sofa, während sie in der Kochnische Wasser durch einen Plastiktrichter mit Kaffeefilter in zwei Tassen goss. Die Frage nach einer Kaffeemaschine ersparte ich mir und schaute währendessen aus dem Fenster. Vom zweiten Stock aus konnte man die Baumkronen der Stadt sehen. Eine jähe Böe fegte durch die Äste und ließ einen kleinen Ast mit einem leisen “Klonk” gegen die Scheibe fliegen. Mika, die sich mit ihrem Kaffeeexperiment von der Küche aus angeschlichen hatte, schreckte jäh auf. Ich konnte nicht anders, als wieder erregt zu sein, diese Frau in Angst zu sehen, macht mich total an, ich wusste nicht wieso. Mika beugte sich übertrieben orangenartig nach vorne und stellte den Kaffe auf einen kleinen Tisch vor dem Sofa. Langsam ging Sie zurück in die Küche - meine Blicke folgten ihrer Rückseite - griff in eine der Tüten und angelte sich eine dicke Karotte. Sie wusch die heimische Frucht mit ihrem regionalen Wasser aus dem hauseigenen Wasserhahn übertrieben gründlich ab. Mir kam die Idee zu einem weiteren guten Gemüsesexvergleich, doch Mika war schneller als ich. Langsam nahm sie die Karotte in den Mund. Ich konnte meinen Augen nicht glauben und kam mir wie in einem billigen Porno vor. Die kleine, ängstliche, kartoffeltütenzerreißende Mika umspielte vor meinen Augen die leuchtende orange Karotte mit ihrer Zunge und schaute mir dabei tief in die Augen...
Dienstag, 1. November 2011
Was will die Jugend?
Es ist soweit, Freunde, ich veröffentliche meine erste Kurzgeschichte. Obwohl sie schon im letzten Jahr geschrieben wurde, als Geburtstagsgeschenk für einen guten Freund, preise ich sie euch heute als brandneu an! Freut euch auf 12 Seiten brandneuer Erkenntnis, Unterhaltung und Liebe - auf 12 Seiten, deren juvenile Weisheit eines Tages jeden von uns erreichen kann.
Ich will mich nicht selbst beweihräuchern, deswegen überlasse ich den Platz nun einigen wesentlich bekannteren und reiferen Persönlichkeiten.
"Großartig!" - Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild
"Wie ich es besser nicht hätte schreiben können!" - Friedrich Schiller, Autor
"Ein Buch - ein Gedicht. Hardcore!" - H.P. Baxxter, Musiker
"Eidens schafft mit seinem Buch das, was wir in tausend Jahren nicht schaffen werden" - Der Stürmer, (Wochenzeitung)
...und jetzt viel Spaß bei "Was will die Jugend?", einer spannenden Kurzgeschichte über einen jungen Mann, der die Welt beobachtet und dabei sich selbst und noch viel mehr entdeckt. Ein wenig poppige Unterhaltung, ein wenig Spaß am Leben und ein Vorwort von Manuel Kaufmann persönlich reichern das Gesamtpacket an. Viel Spaß bei diesem Strauß bunter Köstlichkeiten!
Herunterladen könnt ihr die Kurgeschichte unter: GANZ LANGER LINK
Korrektur: Seite 3, Zeile 9 - statt "Sarah" muss es natürlich "Lili" heißen. Mike du Schlingel!
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